Erziehungspartnerschaften
Elternarbeit/Erziehungspartnerschaft

Für eine optimale Unterstützung des Kindes ist die Einbeziehung der Eltern in die Bildungs- und Erziehungsarbeit des Kindergartens von großer Bedeutung.
Die gute Zusammenarbeit mit den Eltern basiert auf einer wechselseitigen Öffnung, d.h. Zeit zum Austausch zwischen Eltern und Erzieherinnen über das Verhalten und die Lebenssituation der Kinder in der Familie, bzw. im Kindergarten: also auf einer Grundlage der gleichberechtigten Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften.
Die gemeinsame Verantwortung für die Kinder steht dabei im Mittelpunkt.
Getragen wird dieser Austausch von Wertschätzung, gegenseitiger Anerkennung und Interesse. Der Begriff „Erziehungspartnerschaft“ drückt somit die Gleichberechtigung beider Partner aus.

Von Anfang an Wohlfühlen/Willkommen sein

Eingangsbereich

Den Eingangsbereich unserer Tageseinrichtung sehen wir als „Visitenkarte“. Er ist einladend, übersichtlich und freundlich gestaltet. Hier findet man bedeutsame Informationen und Aushänge, sowie Info-Tafeln im Bereich der Gruppentüren. Auf verschiedenen Plakaten sind die Erzieherinnen und Elternbeiräte mit Foto, Namen und Funktionen dargestellt. Die Gruppenzimmer und das Büro der Leiterin sind leicht zu finden und einzelne Hinweise helfen, sich zu orientieren.

Das Anmeldegespräch

Über ein Faltblatt und ein Gespräch in der Einrichtung erhalten Eltern erste Informationen über unsere Einrichtung. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Gebäude erlangen sie einen ersten Eindruck und Einblick. So können sie entscheiden, ob sie ihr Kind anmelden möchten. Wenn Plätze vorhanden sind, bekommen die Eltern Bescheid und eine damit verbundene Einladung zu einem Info-Abend.

Das Aufnahmegespräch/Eltern-Informationsabend

Bei diesem Abend bekommen die Eltern ganz konkrete Informationen zum Ablauf des Kindergartenalltags und Möglichkeiten der Abstimmung mit den pädagogischen MitarbeiterInnen. Die Klärung organisatorischer Fragen zur Aufnahme stellt ebenfalls einen Schwerpunkt dar. Die Eltern bringen Fragen mit ein, welche gemeinsam geklärt werden.

Das Kennenlerngespräch

Dieses findet kurz vor dem ersten Kindergartentag des Kindes statt und wird von der zuständigen Gruppenerzieherin durchgeführt. Hierbei liegt der Schwerpunkt im Kennenlernen des einzelnen Kindes und seiner Familie. Des Weiteren geht es um die Vorbereitung der gemeinsamen Gestaltung des Übergangs des Kindes von der Familie in unsere Einrichtung. Die wichtigste Rolle spielt dabei die individuelle Eingewöhnung des Kindes. Damit dies gut gelingt, berücksichtigen wir seine Vorlieben und bisherigen Erfahrungen, sowie die persönlichen Gewohnheiten.
Die Erzieherinnen nehmen sich gemeinsam mit den Eltern Zeit, im Gespräch die Familie näher kennen zu lernen und gegenseitige Erwartungen abzuklären. Damit wird die Grundlage gelegt, in partnerschaftlicher Weise zusammen zu arbeiten.

Eingewöhnung und Übergänge gemeinsam gestalten

Für die Kinder und die gesamte Familie ist der Übergang von der Familie in den Kindergarten ein wichtiger Schritt. Deshalb legen wir auf die Eingewöhnung des Kindes durch die Mutter oder den Vater großen Wert. Sie ist der Grundstein für die positive Zusammenarbeit mit den Familien. Außerdem entsteht so von Anfang an ein enger Kontakt zu den Familien und das gegenseitige Vertrauen wird gestärkt. Die elternbegleitete Eingewöhnung erfolgt nach dem Eingewöhnungskonzept (siehe Eingewöhnungskonzept).

Entwicklungsgespräche

Innerhalb des Kindergartenjahres führen wir regelmäßig Entwicklungsgespräche mit den Eltern über ihr Kind, meist zu jedem Geburtstag des Kindes. Diese sind ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und bieten Eltern und Erzieherinnen die Möglichkeit, sich über die Entwicklung des Kindes auszutauschen. Grundlage für diese Gespräche bilden die systematischen Beobachtungen der pädagogischen Fachkräfte über die Bildungs- und Entwicklungsprozesse der Kinder (Basis Ravensburger Entwicklungsbogen), sowie die Beobachtungen, die von den Eltern zu Hause gemacht wurden.
Zur Vorbereitung des Gesprächs dient ein kurzer Fragebogen, dem Alter des Kindes entsprechend, der den Eltern kurz vorher ausgehändigt wird. Um die Lernschritte des Kindes sichtbar zu machen, helfen z.B. Fotos aus dem Kindergartenalltag im Portfolio-Ordner des Kindes oder gemalte Bilder.
Wir schätzen die Eltern als wichtige Partner: Deutungen der Beobachtungen, Meinungen, Sichtweisen und ihre Erfahrungen mit dem Kind nutzen wir zur weiteren Unterstützung der Kinder mit. Das Gespräch wird dann durch gemeinsame Vereinbarungen beendet.
Selbstverständlich besteht täglich die Möglichkeit zu einem kurzen „Tür- und Angelgespräch“ oder einem Gesprächstermin auf Wunsch.

Portfolios

Jedes Kind besitzt nach Absprache mit den Eltern einen Ordner, ein sogenanntes Portfolio. Dort werden Lernschritte, Bildungsthemen oder wichtige Erlebnisse des Kindes festgehalten. Wir dokumentieren Ausschnitte der erfahrungs- und Erlebniswelt des Kindes anhand von Fotos, Lernprodukten und kurzen Lerngeschichten.
Im Einvernehmen mit den Eltern kann von jeder Familie das Deckblatt selbst gestaltet werden, mithilfe von Fotos und kurzen Textzeilen. Das Kind kann so auch in der zunächst fremden Umgebung seine vertrauten Personen bei sich haben, da das Portfolio frei zugänglich ist.
Neben den Erlebnissen im Kindergarten kann der Ordner ebenfalls wichtige Erfahrungen des Kindes im häuslichen Umfeld enthalten. Sie werden mit oder ohne Fotos von den Eltern eingebracht und bilden eine Einheit der Lernerfahrungen beider Lebenswelten.
Die Richtlinien des Datenschutzes werden dabei beachtet.   

Elternabende

In unregelmäßigen Abständen finden Elternabende mit verschiedenen Themen, meist gruppenübergreifend statt.

Eltern-Information

Dreimal jährlich erscheint unsere Kindergartenzeitung „Miteinander“. Sie beinhaltet pädagogische Themen, Informationen, Einladungen, Termine, Kinderseite usw.
Aktuelle Mitteilungen bekommen die Eltern ebenfalls auf Info-Blättern und an den Tafeln vor den Gruppenräumen.

Wichtige Informationen die schnell an die Eltern weiter gegeben werden müssen, werden per E-Mail als sog. Newsletter versendet.

Hospitationen

Diese sollen den Eltern Einblicke in den Kindergartenalltag ermöglichen. Somit werden Abläufe und Strukturen transparenter und die Eltern können Erzählungen ihrer Kinder besser einordnen.
Gleichzeitig erleben sie ihr Kind im Umgang mit anderen und in einer veränderten Situation als zu Hause in der Familie.
Die Hospitation kann als Einstieg zur gemeinsamen Beobachtung des Kindes genutzt und im Entwicklungsgespräch erörtert werden.
Falls es Fragen von Eltern geben sollte zu konkretem pädagogischem Verhalten, zum Konzept oder ähnlichem, können diese anhand von beobachteten Situationen geklärt werden.

Kleinprojekte

Eltern sind jederzeit eingeladen und willkommen, sich mit ihren Fähigkeiten und Begabungen aktiv einzubringen, z.B. Experimente durchzuführen, Geschichten vorzulesen, Plätzchen zu backen oder etwas herzustellen.
Solche Kooperationen bedeuten eine Förderung der Bildungsprozesse.

Mitwirken bei Gruppenaktivitäten

Eltern werden ebenfalls dazu eingeladen, an Aktionen oder Projekten teilzunehmen, die eine Kindergruppe durchführt, z.B. Ausflüge oder Theaterbesuche. Neben den Hospitationen erhalten die Eltern durch die Teilnahme an solchen Aktionen einen Einblick in die pädagogische Arbeit.  

Falls erforderlich, leisten Eltern durch diese Begleitung unterstützende Aufgaben und werden im Vorfeld informiert über Zuständigkeiten oder Verantwortlichkeiten.
Ein weiterer Aktionsbereich, bei dem sich Eltern beteiligen sollen, ist das Gestalten und Durchführen von Festen oder bei Baumaßnahmen.

Im Laufe des Kindergartenjahres finden verschiedene Aktionen mit Eltern und Kindern statt, wie z.B.:

- Laternenumzug
- Mutter- u. Vatertagssingen
- Familienfeste im Sommer und Winter
- Arbeitseinsatz auf der Außenanlage